Tagebuch

Marysia Lewandowska, Gertrud Bing with snail shell / Gertrud Bing with Pentel pen, Film stills, Hamburg 2025.

Marysia Lewandowska, Hamburg 2026. Photo © Erik Mattijssen
Artist’s presentation: Voicing the Void. On Gertrud Bing
Mittwoch, 27. Mai 2026, 19.00 Uhr: Gespräch und Diskussion mit Marysia Lewandowska, London, erste Stipendiatin der Gertrud Bing Research Residency - Hamburg, London, Florenz, und Laura Tack, KU Leuven, in Kooperation mit der Stadtkuratorin Hamburg
Im Rahmen des Jahresprogramms »K.B.W.: Warburg-Haus 1926–2026. Der Mythos und seine politischen Formen« laden das Warburg-Haus und die Stadtkuratorin Hamburg gemeinsam mit dem Kunsthaus Hamburg, dem Villa Romana e.V. und dem Warburg Institute, London, sehr herzlich ein in den Lesesaal zur Präsentation von Marysia Lewandowska, erste Stipendiatin der Gertrud Bing Residency, am Mittwoch, 27. Mai 2026, um 19.00 Uhr:
Voicing the Void. On Gertrud Bing
Anlässlich des hundertjährigen Jubiläums des 1926 eröffneten Bibliotheksgebäudes der Kulturwissenschaftlichen Bibliothek Warburg (KBW) wird die Künstlerin ihre Arbeit im Rahmen des Gertrud Bing Research Residency vorstellen. Das Residenzstipendium wird an Künstler:innen vergeben, die im Rahmen des Programms drei Monate in jeweils drei Städten, Hamburg, Florenz und London, Forschungszeit verbringen.
Die künstlerische Praxis der in Polen geborenen und in London lebenden Künstlerin Marysia Lewandowska hat sich über die Jahre auf die Erforschung der öffentlichen Funktionen von Archiven, Museen und Ausstellungen gerichtet, wobei sie besonderes Augenmerk auf die fehlenden Stimmen von Frauen legt.
Im Rahmen ihrer Residency in Hamburg, London und Florenz erarbeitet die Künstlerin einen Film über die deutsch-jüdische Philosophin und Kunsthistorikerin Gertrud Bing (1892–1964). Bing war eine der Schlüsselfiguren der KBW sowohl während ihrer Gründungsjahre in Hamburg als auch nach dem Exil der Bibliothek in London ab 1933. Sie war ehemalige Direktorin des Warburg Institute und Professorin für die Geschichte der Antike an der University of London. Ihr Engagement für ein multidisziplinäres intellektuelles Leben inspiriert auch heute noch zeitgenössische feministische Denker*innen. Ihr ist die Research Residency gewidmet, die mit Forschung, Engagement für die Historie und intellektueller Freiheit im Mittelpunkt eine einzigartige Verbindung von wissenschaftlicher Forschung und experimenteller künstlerischer Praxis schaffen soll.
Nach einer Begrüßung durch die Stadtkuratorin Joanna Warsza wird die Künstlerin einen Vortrag halten und ihren Film vorstellen, der im Rahmen des Gertrud-Bing-Forschungsstipendiums entstanden ist. Anschließend findet ein Gespräch zwischen der Künstlerin und der Gertrud-Bing-Forscherin Laura Tack statt.
Laura Tack ist Autorin und Wissenschaftlerin und hat die erste Monografie über Gertrud Bing verfasst, in der sie deren zentrale Rolle bei der Entstehung und dem Vermächtnis des Warburgschen Denkens in den Vordergrund stellt: The Fortune of Gertrud Bing, (1892-1964): A Fragmented Memoir of a Phantomlike Muse, 2020 (= Studies in Iconology, Bd. 16). Ihre Arbeit erstreckt sich über Religionswissenschaft und Kunstgeschichte, wobei ihr Schwerpunkt auf dem interreligiösen Dialog und der Verbreitung von Bildern über Kulturen hinweg liegt; derzeit widmet sie sich parallel der Belletristik und der Keramik.
Gertrud Bing / K.B.W.: Warburg-Haus 1926–2026 / Kulturwissenschaftliche Bibliothek Warburg