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Aus der Luft und vom Boden: Persönliche Archive und die Materialität der Erinnerung im Ersten Weltkrieg
Dienstag, 21. April, 19.00 Uhr: Podiumsdiskussion mit Warren Breckman und Michael Thimann, Moderation: Ulrich Raulff
Sehr herzlich laden das Warburg-Haus und das Hamburg Institute for Advanced Study (HIAS) am Dienstag, 21. April, um 19.00 Uhr zu einem Vortrags- und Gesprächsabend im Lesesaal:
Aus der Luft und vom Boden: Persönliche Archive und die Materialität der Erinnerung im Ersten Weltkrieg
mit
Warren Breckman, University of Pennsylvania
Michael Thimann, Georg-August-Universität Göttingen
Moderation: Ulrich Raulff
Wie wird Erinnerung geformt, mit Hilfe welcher Medien und von welchen Akteuren? Für Aby Warburg lässt sich diese Frage gut beantworten: In den ersten Kriegstagen des Ersten Weltkrieges beginnt er ein neues Tagebuch, in das er politische Ereignisse und persönlich Erlebtes niederschreibt. Als Historiker seiner eigenen Zeit begreift er das unerhört Neue der Vorgänge, das er nicht nur mit Worten, sondern auch mithilfe von Bildern und Zeitungsausschnitten in einem »Kriegs-Zibaldone« dokumentiert.
Die Beziehung von persönlichem Erleben zur Materialität der Erinnerung auszuloten, ist ein lohnendes Feld für die historische Bildwissenschaft und die Ideengeschichte. Hierzu soll der in Deutschland eher im Schatten der Erinnerung stehende Erste Weltkrieg auf das Verhältnis von visueller Kultur, micro-histoire und Erinnerungskultur befragt werden. Welche Geschichte wird erzählt, mit Hilfe welcher Medien?
Im Rahmen der Podiumsdiskussion kommen an diesem Abend der Ideenhistoriker Warren Breckman und der Kunsthistoriker Michael Thimann mit Historiker und Autor Ulrich Raulff ins Gespräch über die Beziehung von persönlichem Erleben zur Materialität der Erinnerung, sowie deren Rolle für die historische Bildwissenschaft und Ideengeschichte: Welche Geschichte wird erzählt, mit Hilfe welcher Medien? Breckman und Thimann sprechen unter anderem über die Erinnerungsstücke ihrer Großväter: die Kriegstagebücher des kanadischen Kavalleristen und das Fotoalbum des deutschen Fliegers dokumentieren weltgeschichtliche und kriegstechnische Umbrüche ebenso wie die private Seite des Krieges und technische Innovation der Luftbeobachtung. Aus verschiedenen Perspektiven, zu Land und aus der Luft, aus einem kanadisch geprägten Selbstverständnis und aus einem des Kaiserreichs, werden die Fragen nach persönlich geprägter Erinnerungskultur, der Aktualität und Aktualisierung von Erinnerung und der Verantwortung der Geschichtswissenschaften diskutiert.
Es wird um eine kurze Online-Anmeldung gebeten hier.
Aby Warburg / Der »Mythos« und seine politischen Formen II / K.B.W.: Warburg-Haus 1926–2026 / Politische Ikonographie