Für den Zeitraum
von Juli 2001 bis Dezember 2003 kooperierten die Kunstgeschichtlichen
Institute in Berlin (FU), Dresden, Hamburg, Marburg und München miteinander
im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten
Projekts Schule
des Sehens - Neue Medien der Kunstgeschichte. Das Projekt hat
die Aufgabe, netzbasierte Kurse für die kunstgeschichtliche Lehre
zu erarbeiten und deren Tauglichkeit in mehreren Evaluationsphasen
zu untersuchen. Das Kunstgeschichtliche
Seminar der Universität Hamburg beteiligte sich an der "Schule
des Sehens" mit zwei Projekten. Unter der Leitung von Prof. Dr. Martin
Warnke und Prof. Dr. Bruno Reudenbach wurden Online-Kurse zu den Themen
"Politische Ikonographie" und "Reliquienwesen im Mittelalter"
entwickelt. Lehrende und Lernende sind in diesen Seminaren über das
Internet miteinander verbunden, können in themengebundenen Foren miteinander
diskutieren und via E-Mail miteinander kommunizieren. Studierende
können dieses Lehrangebot ortsungebunden und zeitunabhängig nutzen
und sich mit eigenen netzfähigen Beiträgen in das Lehrprogramm einbringen.
Das didaktische Konzept wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Münchner
Lehrstuhl für Empirische Pädagogik und Pädagogische Psychologie (Prof.
Dr. Heinz Mandl) entwickelt; hier lag auch die Verantwortung für die
Evaluation der Kurse in der Anwendungsphase.
Der Kurs "Einführung
in die politische Ikonographie" gibt einen Überblick
über das Spektrum und den Einsatz politischer Bilder. Zu allen
Zeiten wurde
mit Bildern Politik gemacht, da unter den Herrschenden und Politikern
die
Meinung weit verbreitet war, daß die Untertanen mit Bildern
am wirksamsten
beeinflußt werden könnten. An einzelnen Beispielen werden
die visuell
übermittelten Botschaften aus verschiedenen politischen Bereichen
und
Epochen erarbeitet. Darüber hinaus ist es das Ziel des Kurses,
Methoden und
Fragestellungen für die Analyse von Bildern im politischen Kontext
vorzustellen.
Der Kurs "Von
heiligen Leibern. Reliquienwesen im Mittelalter" widmet sich
der Entstehung und Entwicklung des Reliquienwesens von seinen Anfängen
im frühchristlichen Märtyrerkult bis zum Hochmittelalter. Einen Schwerpunkt
bilden die verschiedenen Formen von Reliquiaren - von einfachen Aufbewahrungskästen
über anthropomorphe Reliquiare bis hin zu Schreinen - und die Analyse
ihrer Gestalt, Materialien, Bildprogramme und Ausstattungen. Ziel
der Veranstaltung ist es, das Reliquienwesen, in das Belange von Frömmigkeit,
Politik und Wirtschaft hineinspielen, als ein zentrales Aufgabenfeld
mittelalterlicher Kunst darzustellen und seinen prägenden Einfluß
auf wichtige Formen und Gattungen der Kunst des Mittelalters deutlich
zu machen.
Beide Online-Kurse wurden im WS 2002/2003 bzw. im SS 2002/2003 den
Studierenden der Universitäten Berlin (FU), Dresden, Marburg, München
und Hamburg angeboten. Die Erprobung der Kurse hat neben den Problemen,
die sich vor allem aus der die fehlenden face to face-Kommunikation
zwischen den Beteiligten ergaben, die Chancen der computergestützten
Lehre deutlich gemacht. Die vorläufigen Ergebnisse der Evaluation
des Kurses "Reliquienwesen" können Sie hier
abrufen.
Alle Kurse des Projekts sind über das
Portal der Schule des Sehens erreichbar.
Literatur:
Susan Müller-Wusterwitz u. Maximilian Benker: Schule des Sehens. Neue Medien der Kunstgeschichte (II), in: Kunstchronik 11 (2003), S. 598-599.
Susan Müller-Wusterwitz: Problemorientiertes Lernen am Beispiel des Online-Kurses "Von heiligen Leibern - Reliquienwesen im Mittelalter", in:
Campus Innovation Hamburg 2003
[27.11.2003].
Projekt "Politische Ikonographie"
Leitung: Prof. Dr. Martin Warnke
Koordination: Dr.
Elke A. Werner
Wissenschaftliche Mitarbeit: Franziska Fuchsius M.A.
Projekt "Reliquienwesen"
Leitung: Prof. Dr. Bruno Reudenbach
Koordination: Dr.
Susan Müller-Wusterwitz
Wissenschaftliche Mitarbeit: Franziska Fuchsius M.A.