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Aby Warburg
Gesammelte Schriften Studienausgabe
1998-2009 herausgegeben von
Horst Bredekamp, Michael Diers, Kurt W. Forster,
Nicholas Mann, Salvatore Settis und Martin Warnke
Berlin (Akademie Verlag) 1998-2009
Seit 2010 herausgegeben von Ulrich Pfisterer
und Horst Bredekamp, Michael Diers, Uwe Fleckner, Michael Thimann und Claudia Wedepohl
in Verbindung mit dem Warburg Institute London und dem Kunstgeschichtlichen Seminar der Universität Hamburg
Editionsplan
Zu den großen Desiderata der Kunst- und Kulturgeschichtsschreibung zählt die vollständige Ausgabe der Gesammelten Schriften des Hamburger Kunsthistorikers und Kulturwissenschaftlers Aby Warburg (1866- 1929).
Die 1932 begonnene, von der Bibliothek Warburg besorgte Edition ist, bedingt durch die Emigration, bis heute Fragment geblieben. Lediglich die zu Lebzeiten veröffentlichten Schriften konnten in zwei Bänden gesammelt publiziert werden.
In Anlehnung an den ursprünglichen Editionsplan soll diese Ausgabe mit der Publikation der Schriften aus dem Nachlass fortgeführt und zum Abschluss gebracht werden.
Dabei wurden die Bände I/II der Ausgabe von 1932 der neuen Edition im Reprint als erste Abteilung vorangestellt und auf diese Weise als ein historisches Monument integriert. Diesem Auftakt folgen weitere Abteilungen, die je nach Umfang wieder in Teilbände untergliedert werden.
Ziel der neuen Edition als einer Studienausgabe ist es, im Sinne einer wissenschaftsgeschichtlichen Dokumentation der Öffentlichkeit das publikationsfähige Material des Nachlasses vorzulegen. Die Kommentierung der einzelnen Bände bietet jeweils eine einführende Charakterisierung des Stoffes sowie knapp erläuternde Ausführungen zu Textgestalt und Sachgehalt.
Editionsplan
Die Ausgabe umfasst folgende Abteilungen, die jeweils von den genannten Herausgebern betreut werden:
1. Abteilung: |
"Die Erneuerung der heidnischen Antike. Kulturwissenschaftliche Beiträge zur Geschichte der europäischen Renaissance" |
Bd. I.1,2 |
(= Reprint der Ausgabe Leipzig/Berlin 1932, die sämtliche zu Lebzeiten veröffentlichten Schriften enthält) |
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2. Abteilung: |
"Bilderatlas", "Ausstellungen" |
Bd. II.1 |
Martin Warnke (Bilderatlas) |
Bd. II.2 |
Uwe Fleckner und Isabella Woldt (Ausstellungen und Bilderreihen) |
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3. Abteilung: |
Kleine Schriften und Vorträge |
Bd. III.1 |
Michael Diers und Claudia Wedepohl („Kleine Schriften und Vorträge“) |
Bd. III.2 |
Uwe Fleckner und Isabella Woldt („Schlangenritual“) |
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4. Abteilung: |
"Fragmente zur Ausdruckskunde" |
Bd. IV |
Ulrich Pfisterer und Hans Christian Hönes |
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5. Abteilung: |
Briefe, autobiographische Schriften und Tagebücher |
Bd. V.1,2 |
Michael Diers und Dorothea McEwan |
Bd. V.3 |
Claudia Naber (Tagebücher) |
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6. Abteilung: |
Bücherkatalog der Kulturwissenschaftlichen Bibliothek Warburg (Bestandsverzeichnis) |
Bd. VI |
Michael Thimann und Thomas Gilbhard |
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7. Abteilung: |
Tagebücher der Kulturwissenschaftlichen Bibliothek Warburg |
Bd. VII. |
Karen Michels und Charlotte Schoell-Glass |
Gesamt-ISBN 3-05-002798-3
bisher erschienen: Band I.1,2;
Band II.1; Band VII.1
Aby Warburg
Die Erneuerung der heidnischen Antike
Kulturwissenschaftliche Beiträge zur Geschichte der europäischen
Renaissance
Reprint der von Gertrud Bing unter Mitarbeit von
Fritz Rougemont edierten Ausgabe von 1932.
Neu herausgegeben von Horst Bredekamp und Michael Diers
Gesammelte Schriften.
Studienausgabe, Band I. 1,2
1998. LXXIII. 725 S. - 150 Abb.
Gb, in 2 Teilbänden, € 99,80
ISBN 3-05-003284-7
Die beiden 1932 von der Bibliothek Warburg vorgelegten Bände
der Ausgabe der Gesammelten Schriften, die jetzt im Rahmen der Studienausgabe
als Nachdruck wieder zugänglich gemacht werden, umfassen sämtliche
von Warburg selbst zum Druck beförderte Publikationen.
Das Spektrum schließt die Dissertation über Botticelli (1893)als
erste größere Veröffentlichung und Grundstein des Forschungsprogramms
zum Nachleben der Antike ebenso ein wie die zahlreichen Gelegenheitsschriften,
mit denen Warburg sich in kulturpolitischen Belangen zeitlebens engagiert
zu Wort gemeldet hat.
Es sind eben diese Schriften, die Warburg als Forscher bekannt und hernach
als Gelehrten und Bibliotheksgründer berühmt gemacht haben: Aufsätze
und Abhandlungen zur Kunst und Kultur der italienischen Renaissance und zur
Reformation, darunter Studien zur Bedeutung des künstlerischen Porträts,
zum Kulturaustausch zwischen Nord und Süd, zum Festwesen, zur Orientierungsfunktion
der Astrologie, zur Flugblattpropaganda oder Kalenderillustration.
Vorbildlich ediert und kommentiert sind die beiden Bände zur Programmschrift
einer neuen, problemorientierten und kulturwissenschaftlich fundierten Kunstgeschichte
geworden. Den Auftaktbänden I. 1 und 2 der Studienausgabe folgen als
nächste Bände II (Bilderatlas), III (Kleine Schriften und Vorträge)
und VII (Tagebücher der Kulturwissenschaftlichen Bibliothek Warburg).
Aby Warburg
Der Bilderatlas MNEMOSYNE
Herausgegeben von Martin Warnke unter Mitarbeit von Claudia Brink
Gesammelte Schriften.
Studienausgabe, Band II.1
2000. 160 S. - 63 Tafeln und 8 Textabbildungen - 240 x 300 mm
Gb mit Schutzumschlag, € 89,80
ISBN 3-05-002799-1
Der Bilderatlas ist eine Zusammenstellung von etwa 2000 Bildern aus Kunst-
und Kulturgeschichte in etwa sechzig Tafeln, mit denen Warburg sein Lebenswerk
zusammenfassen und krönen wollte. Die Erarbeitung hat die letzten Jahre
seines Lebens in Anspruch genommen, ist jedoch bei seinem Tode Fragment geblieben.
Anhand ikonographischer Reihen und sinnträchtiger Bildkonstellationen,
die von einer knappen verdichteten Textspur begleitet werden sollten, hoffte
Warburg, in diesem Atlas das Bildgedächtnis der europäischen
Kultur sowohl struktural als auch genetisch und zugleich in seinen wichtigsten
Themen und Motiven zu rekonstruieren. Als ein echtes work in progress
befand sich der Bilderatlas, der auf großen, schwarzen Leinwänden
beweglich montiert war, in ständigem Umbau.
Die Edition in der Studienausgabe möchte nicht, wie es geschehen ist,
mit eigener Phantasie und Assoziation das Werk und die Bildtafeln um allerlei
Texte ergänzen, sondern gibt das gewaltige Fragment in der Form wieder,
in der Warburg es hinterlassen hat. Der Herausgeber führt in einer Einleitung
in die Denkräume dieses Werkes ein und identifiziert alle von Warburg
verwendeten Bilder.
Aby Warburg
Tagebuch der Kulturwissenschaftlichen Bibliothek Warburg
Herausgegeben von Karen Michels und Charlotte Schoell-Glass
Gesammelte Schriften.
Studienausgabe, Band VII. 1
2001. 681 S. - 170 x 240 mm Gb mit Schutzumschlag, € 99,80
ISBN 3-05-003409-2
Von August 1926 bis Oktober 1929 führten Warburg, Gertrud Bing und Fritz
Saxl gemeinsam ein institutionelles Tagebuch. Dieses Journal dokumentiert
in 9 Bänden ausführlich die ersten Jahre der Bibliothek Warburg
im neuen Gebäude in der Heilwigstraße 116 sowie Warburgs letzte
Reise nach Rom.
Die Dokumentation hält kleinste Details des Alltagslebens der neue Institution ebenso fest, wie weit in die Zukunft weisende Forschungspläne.
Sie gibt vor allem Einblick in Warburgs Arbeitsweise, die in hohem Maße
auf den intellektuellen Austausch mit gleichgesinnten Kollegen
ausgerichtet war.
Das Tagebuch der K.B.W. stellt eine fundamentale Quelle zur Erforschung der
Geistes- und Kulturgeschichte der 20er Jahre dar und gibt einen Einblick in
die vielfältigen Bemühungen um die Intitutionalisierung der
Kulturwissenschaft. Dabei tritt auch die politische Dimension des Unternehmens
Kulturwissenschaftliche Bibliothek Warburg erstmals und in überraschender Deutlichkeit zu Tage.
Zu den wertvollen Einträgen der Erschließung des Tagebuchs gehört
auch das Sichtbarwerden eines dichtgewebten Netzes persönlicher Beziehungen. Namen aus dem Hamburger Umfeld,
aus deutschen und internationalen Zusammenhängen belegen nicht nur individuelle
Interessenskonvergenzen, sondern spiegeln auch die Dynamik der Prozesse wissenschaftlicher Formierung
und Auseinandersetzung in den mittleren Jahren der Weimarer Republik.
Rezensionen:
"Denken mit dem Stift in der Hand" Die Zeit 27/2001
"Fräulein
Bing! please: Sing!" NZZ, 6.3.02
"Accumulator
der Leidenschaft" SZ 9.3.02
arthist.net 24.3.02
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