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Aby Warburg
Gesammelte Schriften
Studienausgabe

Herausgegeben von
Horst Bredekamp, Michael Diers, Kurt W. Forster,
Nicholas Mann, Salvatore Settis und Martin Warnke
Berlin (Akademie Verlag) 1998ff

Editionsplan 

Zu den großen Desiderata der Kunst- und Kulturgeschichtsschreibung dieses Jahrhunderts zählt die vollständige Ausgabe der Gesammelten Schriften des Hamburger Kunsthistorikers und Kulturwissenschaftlers Aby Warburg (1866- 1929).

Die 1932 begonnene, von der Bibliothek Warburg besorgte Edition ist, bedingt durch die Emigration, bis heute Fragment geblieben. Lediglich die zu Lebzeiten veröffentlichten Schriften konnten in zwei Bänden gesammelt publiziert werden.

In Anlehnung an den ursprünglichen Editionsplan soll diese Ausgabe jetzt mit der Publikation der Schriften aus dem Nachlass fortgeführt und zum Abschluss gebracht werden.

Dabei werden die Bände I/II der Ausgabe von 1932 der neuen Edition im Reprint als erste Abteilung vorangestellt und auf diese Weise als ein historisches Monument integriert. Diesem Auftakt folgen sechs weitere Abteilungen, die je nach Umfang wieder in Teilbände untergliedert werden.

Ziel der neuen Edition als einer Studienausgabe ist es, im Sinne einer wissenschaftsgeschichtlichen Dokumentation der Öffentlichkeit das publikationsfähige Material des Nachlasses vorzulegen. Die Kommentierung der einzelnen Bände bietet jeweils eine einführende Charakterisierung des Stoffes sowie knapp erläuternde Ausführungen zu Textgestalt und Sachgehalt.

                                                                         

Editionsplan

Die Ausgabe umfasst folgende Abteilungen, die jeweils von den genannten Herausgebern betreut werden:

1. Abteilung: "Die Erneuerung der heidnischen Antike. Kulturwissenschaftliche Beiträge zur Geschichte der europäischen Renaissance"
Bd. I.1,2 (= Reprint der Ausgabe Leipzig/Berlin 1932, die sämtliche zu Lebzeiten veröffentlichten Schriften enthält)

2. Abteilung: "Bilderatlas", "Ausstellungen"
Bd. II. 1,2 Kurt W. Forster und Martin Warnke (Bilderatlas)
Bd. II.3 Uwe Fleckner (Ausstellungen)

3. Abteilung: Kleine Schriften und Vorträge
Bd. III.1 Michael Diers und Salvatore Settis
Bd. III.2 Ulrich Raulff ("Schlangenritual")

4. Abteilung: "Fragmente zur Ausdruckskunde"
Bd. IV Bernhard Buschendorf und Claudia Naber

5. Abteilung: Briefe, autobiographische Schriften und Tagebücher
Bd. V.1,2 Michael Diers und Dorothea McEwan
Bd. V.3 Claudia Naber (Tagebücher)

6. Abteilung: Bücherkatalog der Kulturwissenschaftlichen Bibliothek Warburg (Bestandsverzeichnis)
Bd. VI Nicholas Mann

7. Abteilung: Tagebücher der Kulturwissenschaftlichen Bibliothek Warburg
Bd. VII. Karen Michels und Charlotte Schoell-Glass
Gesamt-ISBN 3-05-002798-3

bisher erschienen: Band I.1,2; Band II.1; Band VII.1


Aby Warburg
Die Erneuerung der heidnischen Antike
Kulturwissenschaftliche Beiträge zur Geschichte der europäischen Renaissance

Reprint der von Gertrud Bing unter Mitarbeit von
Fritz Rougemont edierten Ausgabe von 1932.
Neu herausgegeben von Horst Bredekamp und Michael Diers

Gesammelte Schriften.
Studienausgabe, Band I. 1,2

1998. LXXIII. 725 S. - 150 Abb.
Gb, in 2 Teilbänden, € 99,80
ISBN 3-05-003284-7

Die beiden 1932 von der Bibliothek Warburg vorgelegten Bände der Ausgabe der Gesammelten Schriften, die jetzt im Rahmen der Studienausgabe als Nachdruck wieder zugänglich gemacht werden, umfassen sämtliche von Warburg selbst zum Druck beförderte Publikationen.

Das Spektrum schließt die Dissertation über Botticelli (1893)als erste größere Veröffentlichung und Grundstein des Forschungsprogramms zum Nachleben der Antike ebenso ein wie die zahlreichen Gelegenheitsschriften, mit denen Warburg sich in kulturpolitischen Belangen zeitlebens engagiert zu Wort gemeldet hat.

Es sind eben diese Schriften, die Warburg als Forscher bekannt und hernach als Gelehrten und Bibliotheksgründer berühmt gemacht haben: Aufsätze und Abhandlungen zur Kunst und Kultur der italienischen Renaissance und zur Reformation, darunter Studien zur Bedeutung des künstlerischen Porträts, zum Kulturaustausch zwischen Nord und Süd, zum Festwesen, zur Orientierungsfunktion der Astrologie, zur Flugblattpropaganda oder Kalenderillustration.

Vorbildlich ediert und kommentiert sind die beiden Bände zur Programmschrift einer neuen, problemorientierten und kulturwissenschaftlich fundierten Kunstgeschichte geworden. Den Auftaktbänden I. 1 und 2 der Studienausgabe folgen als nächste Bände II (Bilderatlas), III (Kleine Schriften und Vorträge) und VII (Tagebücher der Kulturwissenschaftlichen Bibliothek Warburg).
   

 

Aby Warburg
Der Bilderatlas MNEMOSYNE

Herausgegeben von Martin Warnke unter Mitarbeit von Claudia Brink

Gesammelte Schriften.
Studienausgabe, Band II.1

2000. 160 S. - 63 Tafeln und 8 Textabbildungen - 240 x 300 mm
Gb mit Schutzumschlag, € 89,80
ISBN 3-05-002799-1

Der Bilderatlas ist eine Zusammenstellung von etwa 2000 Bildern aus Kunst- und Kulturgeschichte in etwa sechzig Tafeln, mit denen Warburg sein Lebenswerk zusammenfassen und krönen wollte. Die Erarbeitung hat die letzten Jahre seines Lebens in Anspruch genommen, ist jedoch bei seinem Tode Fragment geblieben.

Anhand ikonographischer Reihen und sinnträchtiger Bildkonstellationen, die von einer knappen verdichteten Textspur begleitet werden sollten, hoffte Warburg, in diesem Atlas das Bildgedächtnis der europäischen Kultur sowohl struktural als auch genetisch und zugleich in seinen wichtigsten Themen und Motiven zu rekonstruieren. Als ein echtes work in progress befand sich der Bilderatlas, der auf großen, schwarzen Leinwänden beweglich montiert war, in ständigem Umbau.

Die Edition in der Studienausgabe möchte nicht, wie es geschehen ist, mit eigener Phantasie und Assoziation das Werk und die Bildtafeln um allerlei Texte ergänzen, sondern gibt das gewaltige Fragment in der Form wieder, in der Warburg es hinterlassen hat. Der Herausgeber führt in einer Einleitung in die Denkräume dieses Werkes ein und identifiziert alle von Warburg verwendeten Bilder.



Aby Warburg
Tagebuch der Kulturwissenschaftlichen Bibliothek Warburg

Herausgegeben von Karen Michels und Charlotte Schoell-Glass

Gesammelte Schriften.
Studienausgabe, Band VII. 1

2001. 681 S. - 170 x 240 mm Gb mit Schutzumschlag, € 99,80
ISBN 3-05-003409-2

Von August 1926 bis Oktober 1929 führten Warburg, Gertrud Bing und Fritz Saxl gemeinsam ein institutionelles Tagebuch. Dieses Journal dokumentiert in 9 Bänden ausführlich die ersten Jahre der Bibliothek Warburg im neuen Gebäude in der Heilwigstraße 116 sowie Warburgs letzte Reise nach Rom.

Die Dokumentation hält kleinste Details des Alltagslebens der neue Institution ebenso fest, wie weit in die Zukunft weisende Forschungspläne. Sie gibt vor allem Einblick in Warburgs Arbeitsweise, die in hohem Maße auf den intellektuellen Austausch mit gleichgesinnten Kollegen ausgerichtet war.

Das Tagebuch der K.B.W. stellt eine fundamentale Quelle zur Erforschung der Geistes- und Kulturgeschichte der 20er Jahre dar und gibt einen Einblick in die vielfältigen Bemühungen um die Intitutionalisierung der Kulturwissenschaft. Dabei tritt auch die politische Dimension des Unternehmens Kulturwissenschaftliche Bibliothek Warburg erstmals und in überraschender Deutlichkeit zu Tage.

Zu den wertvollen Einträgen der Erschließung des Tagebuchs gehört auch das Sichtbarwerden eines dichtgewebten Netzes persönlicher Beziehungen. Namen aus dem Hamburger Umfeld, aus deutschen und internationalen Zusammenhängen belegen nicht nur individuelle Interessenskonvergenzen, sondern spiegeln auch die Dynamik der Prozesse wissenschaftlicher Formierung und Auseinandersetzung in den mittleren Jahren der Weimarer Republik.

Rezensionen: 
"Denken mit dem Stift in der Hand" Die Zeit 27/2001

"Fräulein Bing! please: Sing!" NZZ, 6.3.02
 
"Accumulator der Leidenschaft" SZ 9.3.02
arthist.net 24.3.02


 

Akademie Verlag Berlin.
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