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Der Bauherr, Aby M. Warburg hatte als Erbe der traditionsreichen Hamburger Warburg-Bank auf seine Anrechte verzichtet und Kunstgeschichte studiert. Die von ihm seit 1903 aufgebaute Bibliothek, die zunächst im Privathaus in der Heilwigstraße 114 untergebracht war, widmete sich der Erforschung eines von der offiziellen Wissenschaft bisher übersehenen Gebietes: dem "Nachleben der Antike". Die über der inneren Eingangstür in Stein gemeisselte Inschrift MNEMOSYNE (gr. 'Erinnerung') nimmt darauf Bezug. Mit dem Umzug in den Neubau erhielt die Bibliothek den Status einer halböffentlichen Institution und entwickelte sich zu einem auch über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannten "Laboratorium des Geistes", das zahlreiche bedeutende Gelehrte anzog. 1933 mußte die Bibliothek, die inzwischen auf 60.000 Bände angewachsen war, vor den nationalsozialistischen Machthabern nach London in Sicherheit gebracht werden, wo sie noch heute als "Warburg Institute" fortbesteht. Nach fünfzig Jahren kommerzieller Nutzung - u.a. drehte man hier die erste Tagesschau - hat die Freie und Hansestadt Hamburg 1993 das Gebäude erworben und renoviert; denkmalgerecht wiederhergestellt wurde der ovale Lesesaal, Warburgs "Arena der Wissenschaft". Mit Vortragsreihen, Stipendien und einer "Warburg-Professur" will die Aby-Warburg-Stiftung, die das Haus unterhält, an die kulturwissenschaftlichen Forschungen des Bibliotheksgründers anknüpfen. Ferner sind hier Abteilungen des Kunstgeschichtlichen Seminars untergebracht: die Forschungsstelle Politische Ikonographie mit ihrem "Bildindex" und dem Gemeinschaftsprojekt Warburg Electronic Library (in Zusammenarbeit mit der TU Hamburg-Harburg), das Graduiertenkolleg zur Politischen Ikonographie sowie das Warburg-Archiv mit dem Archiv zur Wissenschaftsemigration. |
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