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Geschichte der Kunstgeschichte
im Nationalsozialismus
Für den Zeitraum von Oktober 2004 bis Oktober 2006 kooperieren die
Kunstgeschichtlichen Institute in Berlin (HU), Bonn, Hamburg und München
miteinander im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft
geförderten Projektes „Die Geschichte der Kunstgeschichte im
Nationalsozialismus. Kontinuitäten und Brüche einer Wissenschaft
zwischen der Weimarer Republik und der Gründungsphase beider deutscher
Staaten“. Unterstützt wird
die wissenschaftliche Forschung von den Mitarbeitern des "Instituts für
Software und Entwicklung" der Technischen Universität Hamburg-Harburg.
Das Projekt hat die Aufgabe, eine netzbasierte Quellenedition zur
Geschichte der Kunstgeschichte im Nationalsozialismus innerhalb der
bereits bestehenden Digitalen Bibliothek Warburg Electronic
Library (WEL) zu entwickeln.
Erstmals soll eine umfassende und kritische Zusammenstellung der Quellen
zur Geschichte des Faches Kunstgeschichte entstehen, die Grundlage für
eine eingehendere Erforschung der Wissenschaftsgeschichte im
Nationalsozialismus sein wird. Im Zentrum des Projektes steht jeweils
die Geschichte der beteiligten Institute. Dabei sind nicht nur die
verschiedenen Rollen und Funktionen der einzelnen Kunsthistoriker von
Interesse, sondern auch die institutionellen Strukturen und
Wissenschaftszusammenhänge in denen sie sich bewegten.
Die Geschichte des Hamburger Kunsthistorischen Seminars war im Dritten
Reich von großen personellen Veränderungen und Schwierigkeiten geprägt.
Der Lehrstuhl des in „Kunstgeschichtliches Seminar“ umbenannten
Instituts der „Hansischen Universität“ wurde nach der Machtergreifung
umgewidmet und erst 1937 erneut eingerichtet. Durch die lange „Vakanz“
sowie häufig wechselnde Dozenten und Professoren konnte sich kein neuer
Forschungsschwerpunkt entwickeln. Geplant war, sich vorwiegend mit
„norddeutscher“ Kunst auseinander zu setzen. Dieses Vorhaben konnte
jedoch während des Krieges nicht mehr realisiert werden. Innerhalb des
Projektes wird der Schwerpunkt der Untersuchung der Hamburger
Seminargeschichte der Universitäts- und Instituts-Alltag im
Nationalsozialismus sein, vor allem während des Krieges. Obwohl die
Emigration der Vertreter der „Hamburger Schule“ sehr gut erforscht ist,
bedarf die Erforschung der in Deutschland verbliebenen Kunstgeschichte
und der sie vertretenden Kunsthistoriker, vor allem auch der Studenten,
noch einer Vertiefung. Mit Bezug auf das Hamburger Seminar ist zudem
eine Untersuchung antivölkischer Abwehrstrategien von großem Interesse.
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