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Die Forschungsstelle ist erwachsen aus einem Sonderbereich der Diathek des Kunstgeschichtlichen Seminars, in welchem die Diapositive nicht mehr nach Künstlern und Orten, sondern nach Themen geordnet waren. Von den Dias wurden Papierabzüge angefertigt, diese unter Stichworten eingestellt und um weitere Materialien (wie Fotos, Postkarten usw.) ergänzt. Mit der Verleihung des Leibniz-Preises an Martin Warnke im Jahre 1991 standen schließlich auch die Mittel bereit, um den Ausbau der Sammlung zu einem eigenen Forschungsbereich zu finanzieren, welcher sich insbesondere der politischen Ikonographie widmen sollte. Mithilfe von Wissenschaftlichen Mitarbeiter/innen und zahlreichen Hilfskräften entstand so im Laufe von fünf Jahren ein Sammlungskomplex, der sich aufgrund seiner Größe und Komplexität, aber auch aufgrund seiner ikonographischen Fragestellung für eine Unterbringung im zurückerworbenen Bibliotheksgebäude in der Heilwigstraße anbot. Heute umfaßt die Forschungsstelle vier größere Abteilungen:


Der Bildindex

Der Bildindex besteht aus etwa 300.000 Bildkarten, die nach Schlagwörtern geordnet sind. Im Unterschied zu einem Bildarchiv, welches einfachen Zugriff auf bestimmte Objekte ermöglichen soll, verarbeitet der „Index" Fotoreproduktionen, Kopien, Zeitungsausschnitte oder Postkarten mit dem Ziel, eine große Bandbreite von bildlichen Hinweisen auf politische Begriffe, Ansprüche oder Prozesse zu geben. Der Bildindex kann dabei auch über die Rolle der bildenden Kunst in der politischen Kommunikation Auskunft geben oder durch den Vergleich verschiedener Objekte unter einem gemeinsamen Schlagwort Strategien oder Traditionen sichtbar werden lassen, die einzelnen Bildern und Bildzeichen innewohnen.

Im Laufe der Sammlungstätigkeit haben sich verschiedene Schwerpunkte herausgebildet, beispielsweise Abbildungen mitteralterlicher Rechtshandschriften, das Frankreich des 17. Jahrhunderts oder Darstellungen Napoleons und seiner Zeit. Teil dieses Bildarchivs ist auch das Schiller-Archiv, das die Fotosammlung zur christlichen Ikonographie von Gertrud Schiller enthält (ca. 20.000 Fotos); auch sie wird durch ein gedrucktes Stichwortregister erschlossen. Zugänglich sind auch der vollständige Microfiche-Katalog der Witt-Library (mit ca. 1,3 Millionen Bildern) und ein Microfiche-Corpus zur Emblematik.


Die Bibliothek

Die Bibliothek umfaßt ca. 9.000 Bände einschließlich Aufsätzen und Sonderdrucken, welche dem gleichen Schlagwortsystem wie der Bildindex unterliegen. Bild und Text, Bildkarte und wissenschaftliche Studie gehen so eine unmittelbare und in dieser Form einmalige Wechselbeziehung ein. Durch die Literatur-Datenbank „Allegro" können die Bestände der Bibliothek sowohl nach Schlagwort als auch herkömmlich (etwa nach Name oder Titel) im Hause abgefragt werden.

Die Bibliothek verfügt außerdem über eine topographische Abteilung mit einer wertvollen Sammlung von Guiden (Reiseführern) aus Rußland, die Prof. Isermeyer zusammengetragen hat. Der Bibliothek angegliedert ist der umfangreiche Bestand an Nachschlagewerken im Lesesaal des Warburg-Hauses.


Die Sammlung von Originalen

Archiviert sind etwa 1000 originale Bildpostkarten zu politischen Themen, die von einem Münchener Sammler erworben wurden. Daneben gibt es eine Sammlung künstlerisch gestalteten Inflationsgeldes aus den zwanziger Jahren. Zum Bestand an Originalmaterial gehört auch der Nachlaß des Fotografen von Arno Breker sowie eine Erstausgabe von Thomas Hobbes' „Leviathan" mit dem Titelblatt des Wenzel Hollar und die Erstausgabe von Lavaters „Physiognomischen Fragmenten".


Die Warburg Electronic Library

Zusammen mit dem Arbeitsbereich Softwaresysteme der Technischen Universität Hamburg-Harburg wird das Projekt „Warburg Electronic Library" durchgeführt, in dessen Rahmen der Bildindex zur politischen Ikonographie in elektronischer Form nutzbar gemacht und um zusätzliche Dienste erweitert wird.

Publikationen der Forschungsstelle Politische Ikonographie

Das Graduiertenkolleg "Politische Ikonographie" 1990-1999


Für Anfragen und Terminabsprachen wenden Sie sich bitte an die Mitglieder der Forschungsstelle Politische Ikonographie:


Fax (040) 42838 - 6161

Büro: Eva Landmann, Tel. (040) 42838 - 6148

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