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„Bilder des Terrors – Terror der Bilder“

Quantität und Qualität der Medienbilder des 11. September

Eine interdisziplinäre Tagung im Warburg-Haus

Hamburg, 8./9. November 2002

Programm

Freitag, 8. November 2002

10:00              Eröffnung: 
Prof. Dr. Martin Warnke
, Kunstgeschichtliches Seminar, Universität Hamburg
Prof. Dr. Siegfried Weischenberg
, Direktor, Institut für Journalistik und Kommunikationswissenschaft, Universität Hamburg
Prof. Dr. Holger Weidner, Vizepräsident der Universität Hamburg

10:15               Begrüßung/Einführung: 
                        Dr. Joachim Buttler,
Stephan Alexander Weichert M. A.

10:30              Apokalypse als Medienerzählung – 
Fünf Thesen zur journalistischen Katastrophen-
 und 
Krisenberichterstattung nach dem 11. September

Prof. Dr. Irene Neverla, Stellvertr. Direktorin, Institut für Journalistik und Kommunikationswissenschaft, Universität Hamburg

11:00               Video-Vorführung: 
                        Der 11. September in „Realtime“ (Ausschnitte ARD/RTL)

11:15               Apocalypse how? – Quantität und Qualität der Medienbilder des 11. September

Podiumsdiskussion mit:

-     Thomas Bade, Moderator „ARD-Nachtmagazin“, Hamburg

-     PD Dr. Kai Hafez, Deutsches Orient-Institut, Privatdozent     Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg

-     Peter Klöppel, Moderator „RTL-aktuell“, Köln

-     Jay Tuck, CvD „ARD-aktuell“, Hamburg

-     Prof. Dr. Martin Warnke, Kunstgeschichtliches Seminar,        Universität Hamburg

-     Prof. Dr. Siegfried Weischenberg, Direktor, Institut für Journalistik und Kommunikationswissenschaft, Universität Hamburg

                        Moderation: Leo Busch, Moderatorin, n-tv, Berlin

13:00-14.15     Mittagsbuffet

14:30               Die journalistische Bildberichterstattung
                        zwischen Professionalität und Patriotismus

Prof. Dr. Hans J. Kleinsteuber
            Institut für Politische Wissenschaft, 

            Universität Hamburg, Vortrag und Diskussion

15:45               Ästhetik des Terrors 

Dr. Joachim Buttler
            Forschungsstelle für politische Ikonographie, 

Universität Hamburg

Vortrag mit Beispielen der TV-Berichterstattung und
             Diskussion

Anschließend: Umtrunk im Foyer des Warburg-Hauses 

Samstag, 9. November 2002

10:00               Seele brennt – 9/11 im Kontext der Gewalt-Ikonografie

Dr. Marion Müller, Institut für Politische Wissenschaft, 

Universität Hamburg, Vortrag und Diskussion

10:45               Terror made in Hollywood – Filmische 
                       
Inszenierungsmuster in der Live-Übertragung des
                        Terroranschlags

Prof. Dr. Joan Kristin Bleicher, Studiengang Medienkultur, 
            Universität Hamburg,  Vortrag und Diskussion

11:30               Vom Simultan-Journalismus zum Media Event: 
                       
Die TV-Berichterstattung anlässlich des 11. September

Stephan Alexander Weichert M. A., Dr. Michael Beuthner, Institut für Journalistik und Kommunikationswissenschaft, 
Universität Hamburg
, Vortrag und Diskussion

12:30-13.45     Mittagsbuffet

14:00               Ansichtssache Auslandsberichterstattung – 
                        Dekonstruktion des Nahost-Bildes in den Medien

Alia Rayyan M. A., Institut für Islamwissenschaften, Universität Hamburg; West-Östlicher-Diwan, Berlin
Vortrag und Diskussion

14:45              Verhüllt – unverhüllt: Bild und Verschleierung in der 
                       Afghanistan-Berichterstattung

                       Elke Grittmann M. A., Institut für Journalistik und
                       Kommunikationswissenschaft, Universität Hamburg
                       Vortrag und Diskussion

15:30               Symptom oder Symbol? – New Yorks neue Skyline

PD Dr. Karen Michels, Kunstgeschichtliches Seminar,
           Universität Hamburg
, Vortrag und Diskussion

16:15              Abschlussdiskussion und Ende der Tagung

Die Teilnahmegebühr inkl. Essen und Getränke beträgt 15 € (Studierende und Volontäre 10 €).

Veranstalter/Gastgeber: 

Institut für Journalistik und Kommunikationswissenschaft der Universität Hamburg

Forschungsstelle für Politische Ikonographie des Kunstgeschichtlichen Seminars der Universität Hamburg im Warburg-Haus

Kontakt:             Sandra Fröhlich, Tel.: 040-42 838-6181, 
                            eMail: sandra.froehlich@uni-hamburg.de,

                            Stephan Weichert, Tel.: 040-42 838 -6287, 
                            eMail: stephan.weichert@uni-hamburg.de

                            Dr. Joachim Buttler, Tel.: 040-42 838-6151, 
                            eMail: jo.buttler@sun01.sts.tu-harburg.de

Für die Teilnahme ist auf Grund des beschränkten Platzes unbedingt eine Anmeldung erforderlich an Sandra Fröhlich sandra.froehlich@uni-hamburg.de oder mit Antwortfax (im Geschäftszimmer erhältlich)

Die Teilnahmegebühr überweisen Sie bitte an: Marianne Pieper/Warburghaus, Dresdner Bank, BLZ 200 800 00, Kontonr. 04 06 05 56 01. Als Verwendungszweck bitte unbedingt angeben: „Stichwort: 11. September".


Vortragsprogramm der Aby-Warburg-Stiftung 2002

 

Prof. Dr. Stephen Bann,  Kent 
Warburg-Stiftungsprofessor 

"FRENCH REPRODUCTIVE ENGRAVING
AND THE METAPHOR OF TRANSLATION"

30. Januar 2002, 19.30 Uhr
Warburg-Haus, Heilwigstraße 116


Prof. Dr. Thomas Macho, Berlin
Hans-Reimer-Preisträger der Aby-Warburg-Stiftung  

 "Die Sichel des Chronos. Mythische Bilder der Zeit"

31. Mai 2002, 19.30 Uhr
Warburg-Haus, Heilwigstraße 116


 Prof. Dr. Lydia Goehr, New York
Warburg-Stiftungsprofessorin

"Juliette fährt nach Mahagonny. Or two surrealist tests of the art of political transfiguration."

11. Juli 2002, 19.30 Uhr
Warburg-Haus, Heilwigstraße 116


 Dr. Rüdiger Campe
Hans-Reimer-Preisträger der Aby-Warburg-Stiftung

 29. November 2002, 19.30 Uhr
Warburg-Haus, Heilwigstraße 116

 Änderungen vorbehalten


Seminare im Warburg-Haus

Wintersemester 2002/03

 

Verkleidungstechniken in der Ikonographie

Prof. Dr. Martin Warnke
Seminar für Grund- und Hauptstudium
3std. Mo. 15-18 Uhr

Ikonologie. Das William S. Heckscher-Archiv

Prof. Dr. Charlotte Schoell-Glass
Seminar für Grund- und Hauptstudium
3std. Di. 15-18 Uhr

Der Hamburger Kunsthistoriker William S. Heckscher (1904-1999) promovierte 1936 in Hamburg. Als eines der ersten Visiting Members des Institute for Advanced Study in Princeton arbeitete er mit dem emigrierten Kunsthistoriker Erwin Panofsky zusammen. Er lebte in England, war in Kanada interniert, lehrte in Utrecht und den USA und verbrachte die vielen Jahre nach seiner Emeritierung in Princeton, N.J., wo er ein großes und großartiges Archiv zusammenbrachte und über Jahrzehnte erweiterte.
Dieses Archiv, das neben vielen anderen Materialien z. B. eine umfangreiche (ca 15000 Briefe) Korrespondenz enthält, wurde im Jahr 2001 dem Kunstgeschichtlichen Seminar als Geschenk überlassen, nach Hamburg geholt, und hier bereits geordnet. Schon jetzt wird deutlich, dass dieses Archiv ungeahnte Schätze enthält.
Das Seminar verfolgt folgende Ziele: Die Teilnehmer lernen das Werk und die Methoden dieses ausserordentlich originellen Kunsthistorikers kennen, der sich vor allem mit Fragen der Ikonologie im besten und weitesten Sinn beschäftigt hat. Wir werden ausserdem Fragen des Aufbaus eines Archivs behandeln: Was gewinnt und was verliert man durch die notwendige Egalisierung eines hochsubjektiven Archivs, das ein Lebenswerk repräsentiert? Wie verhält es sich zum veröffentlichten Werk? Inwiefern ist auch ein Archiv ein (Kunst)werk? Wie macht man es Interessierten am besten zugänglich?
Das Seminar dient unter anderem zur Vorbereitung einer Publikation des Archivs. Nach welchen Kriterien wählt man exemplarische Texte und Briefe zur Veröffentlichung aus? Wie macht man die Korrespondenz am besten zugänglich? Wie verhalten sich Werk und Biografie zueinander? Etc. In der zweiten Sitzung (5. November) wird Karen Michels, die im letzten Jahr das Archiv geordnet hat, eine Einführung geben.

Allen Interessierten wird die Ausstellung im Flur des Kunstgeschichtlichen Seminars "Il faut penser à côté" dringend als Einstieg empfohlen (noch bis mindestens Mitte Oktober).

- HECKSCHER, William S., Art and Literature. Studies in Relationship, hg. v. Egon Verheyen, Saecula Spiritalia 7, Badeb-Baden: Koerner, 1994.

- Emblematic Perceptions. Essays in Honor of William S. Heckscher, hg. v. Peter M. Daly und Daniel S. Russell, Saecula Spiritalia 36, Baden-Baden: Koerner, 1997.

- KRAJEWSKI, Markus, Zettelwirtschaft. Die Geburt der Kartei aus dem Geiste der Bibliothek, Copyrights 4, Berlin: Kulturverlag Kadmos, 2002, 65-77.

- VINKEN, Peter, "The Founding of the Heckscher School in The Netherlands", in: Polyanthea. Essays on Art and Literature in Honor of William Sebastian Heckscher, hg. v. Karl-Ludwig Selig, Den Haag: Van der Heijden, 1993, 35f.

 

Die Bilder des 11. September 2001

Joachim Buttler
Seminar für Grund- und Hauptstudium
2std., Do. 12-14 Uhr.

Kaum ein Ereignis der jüngsten Vergangenheit hat die Weltöffentlichkeit dermaßen in Atem gehalten wie der Anschlag auf das World Trade Center in New York. Die Bilder des Anschlags erreichten das Fernsehpublikum rund um den Globus in Echtzeit (Anflug zweites Flugzeug) und erzeugten eine Endlosschleife des Terrors, die die Differenz zwischen Ereignis und Bild des Ereignisses verschwimmen ließ: Bilder des Terrors und Terror der Bilder.

Mit den Methoden der Politischen Ikonographie soll dieses Phänomen im Seminar untersucht werden. Zum Seminarbeginn wird in der „Warburg Electronic Library“ (www.welib.de) umfangreiches Material hierfür bereitgestellt. Ziel des Seminars wird es sein, Bildtafeln zu einzelnen Aspekten elektronisch (im Netz) wie physisch (Ausstellung im Warburg-Haus) herzustellen und die Auswahl und Zusammenstellung schriftlich zu begründen. Rechtzeitig vor Semesterbeginn wird ein erster Vorschlag für Themen der Bildtafeln im Seminarordner bereitliegen, der endgültige jedoch der Seminardiskussion überlassen.

Literatur:

- Textsammlung „Dienstag 11. September 2001“, Reinbek bei Hamburg 2001.
- Horst Bredekamp, Damit der Schrecken schrecke. Bilder der Grausamkeit und des Terrors in einer romanischen Kirche, in Thomas Hobbes’ „Leviathan“ und in Manhattan, in: Literaturen 12/01, 24-26 (Kopie im Seminarordner).
- Joachim Buttler, Ästhetik des Terrors – zu den Bildern des 11. September 2001 (CD-ROM im Seminarordner).

- Bildindex zur politischen Ikonographie. Mit einer Einführung von Martin Warnke, hg. v. der Forschungsstelle Politische Ikonographie, Hamburg 1996 (im Warburg-Haus für Studierende kostenlos zu erhalten).

- Christine Pries (Hg.), Das Erhabene. Zwischen Grenzerfahrung und Größenwahn, Weinheim 1989.
- Sammelband zur Kategorie des Erhabenen: Merkur 487/488, Stuttgart 1989.

Hier geht es zum Seminar im Internet!

Die Stadt als ikonographischer Raum

Karen Michels
Seminar für Grund- und Hauptstudium
2std., Do 14-16 Uhr

Shoppen, Kino, essen gehen. Jede Stadt ist ein Geflecht von Funktionen, von Gebäuden, von Oberflächen, von Räumen, von Bildern, von Bedeutungen. Rathäuser, Kirchen, Märkte, Plätze, Türme, Denkmäler, soziale Einrichtungen und Produktionsstätten bilden den Kernbestand der historischen Stadt. Ihr ikonographisches Potential ist heute nicht mehr ohne weiteres verständlich - auch deshalb, weil das historische Stadtbild fast überall durch neue Situationen überlagert wird. Dennoch bleibt es den Städten eingeschrieben: bestes Beispiel ist die rekonstruierte Reichstagskuppel, die einerseits als antike Würdeformel, andererseits - da gläsern - als Reminiszenz an die Architektur der bundesrepublikanischen Demokratie zu lesen ist.

Anhand des im Index zur Politischen Ikonographie vorhandenen Materials soll zunächst das traditionelle Formenrepertoire urbaner Gebilde erarbeitet und dieses dann in einem zweiten Schritt mit aktuellen Interpretationen konfrontiert werden.

  Mit Exkursionen

Literatur zur Einführung:

Klaus von Beyme: Politische Ikonologie der Architektur. In: Hermann Hipp, Ernst Seidl (Hg.): Architektur als politische Kultur: philosophia practica. Berlin 1996

Charles Delfante: Architekturgeschichte der Stadt. Von Babylon bis Brasilia. Darmstadt 1999

Michel Foucault: Andere Räume. In: Katalog Documenta X, 262-272.

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