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Panegyrik und politische Realität |
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für Tizians Reiterporträt beschriebene Akkumulation von Bedeutungen
war ein typisches Mittel der höfischen |
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Die
künstlerische Überhöhung des Herrschers erfolgte oft durch
Hinzufügung von Personifikationen und Attributen. Darauf zielte auch
der Vorschlag |
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Eine andere Form ist beim französischen Herrscherporträt
der Zeit zu beobachten. Ein Porträt Franz I. (Abb. links) zeigt den
Körper des Königs zusammengesetzt aus Attributen der antiken
Götter Mars, Merkur, Diana, Venus und Armor. Die Bildunterschrift
erklärt dieses Tizian wählte für sein Reiterporträt ein gegensätzliches Verfahren, in dem er die Bedeutungen und Eigenschaften nicht äußerlich hinzufügte, sondern der Figur des Kaisers einschrieb. Damit hob er die Differenz zwischen Amt und Person auf. Herrschaft war nicht mehr durch göttliche Legitimation garantiert, sondern mußte persönlich und mit körperlichem Einsatz erworben werden. Um die Anforderungen des Amtes zu erfüllen, mußte Karl V. die Eigenschaften des militärischen Siegers, des christlichen Ritters und des weltbeherrschenden Kaisers in seinem Körper vereinen. Das ist die Botschaft des Bildes. |
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In der politischen Realität wurde aber schon während
des Reichstages in Augsburg deutlich, daß der Kaiser weder Kraft
seines Amtes noch seiner Person in der Lage war, die widerstrebenden Kräfte
im Reich und seinem gesamten Herrschaftsgebiet zusammenzuhalten. Als er
1555 in Literatur Martin Warnke, Das Kompositbildnis, in: Andreas Köstler und Ernst Seidl (Hg.), Bildnis und Image. Das Porträt zwischen Intention und Rezeption, Köln u.a. 1998, S. 143-150 |
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