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Verschiedene Identitäten
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Karl V. als novus caesar Die gesuchte Nähe zur Antike zeigte sich schon früh
in der Veränderung der äußeren Erscheinung Karls V. Anläßlich
der Krönung ließ er die bis dahin nach burgundischer Mode lang
getragenen Haare zu einer Kurzhaarfrisur im Stil römischer Imperatoren
kürzen, und trug seitdem auch einen kurzen Bart à la italiana.
Die Bildnisse Karls V. auf Medaillen veranschaulichen diesen Wandel: Eine
von Hans Schwarz 1520 gegossene |
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| Marc
Aurel als Vorbild Tizians Reiterporträt knüpft an die antike Tradition an, den Kaiser für besondere Verdienste mit einem Reiterstandbild zu ehren. Als einziges antikes Reitermonument ist die überlebensgroße bronzene Reiterstatue Kaiser Marc Aurels (161-180 n. Chr.) erhalten. Sie wurde unter Papst Paul III. 1538 wieder an ihrem ursprünglichen Ort auf dem Kapitol in Rom aufgestellt. Der Kaiser, mit Tunika und Chlamys bekleidet, hält mit der linken Hand das feurig trabende Pferd scharf am Zügel, während er den rechten Arm - gleichermaßen als Unterwerfungs- und Der Vergleich zwischen Marc Aurel (Abb. u. rechts) und Karl V. (Abb. u. links) wurde auch von den politischen Beratern Karls V. gerne in Anspruch genommen, hatten sie doch in der stoischen Philosophie des antiken Kaisers einen ethischen Bezugspunkt für das Image des Habsburgers entdeckt. In diesem Sinne wäre der auf Tizians Reiterporträt nachdenklich und bewegungslos in die Ferne gerichtete Blick als Ausdruck der stoischen, sittlich vorbildlichen Selbstüberwindung des Dargestellten zu verstehen. |
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Vorläufer und Nachfolger Die lange Rezeptionsgeschichte des Marc Aurel-Denkmals ist vielfältig und zugleich eine Geschichte der machtpolitischen Repräsentation. Eine Aus dem Umkreis Kaiser Maximilians I. sind Überlegungen für ein Reiterdenkmal im Chor des Augsburger Domes St. Ulrich und Afra bezeugt, das aber nicht realisiert wurde. Auch der kaiserliche Bildhauer Leone Leoni soll Karl V. nach dem Sieg bei Mühlberg ein bronzenes Reiterdenkmal vorgeschlagen haben, was dieser aber ablehnte. Ausgeführt wurde schließlich Tizians Reiterporträt im Medium der Malerei, das wiederum Vorbild wurde für zahlreiche Herrscherbildnisse im 17. Jahrhunderts, für die hier stellvertretend van Dycks Reiterporträt Charles I. (Abb. u. links) und Philipp IV. zu Pferde von Vélazquez (Abb. u. rechts) genannt seien.
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Andere kaiserliche Vorbilder Karl V. und die Universalmonarchie Die kaiserlichen Implikationen in Tizians Reiterporträt sind also vor dem Hintergrund des politischen Anspruchs der Universalmonarchie zu sehen. Wenn Karl V. sich hier als siegreicher Kaiser präsentiert, kämpferisch die Lanze in der Hand, so wird anschaulich vermittelt, daß er jederzeit Willens und in der Lage ist, seine Aufgabe, den Schutz des Christentums, zu erfüllen und - mit Bezug auf Mühlberg - sie auch aktuell erfüllt hat. Literatur Wolfgang Braunfels, Tizians Augsburger Kaiserbildnisse, in: Kunstgeschichtliche Studien für Hans Kauffmann, Berlin 1956, S. 204/05 Erwin Panofsky, Classical Reminscences in Titians Portraits, in: Festschrift Herbert von einem zum 16. Februar 1965, Berlin 1965, S. 84-87 Walter Liedtke, The Royal Horse and Rider. Painting, Sculpture and Horsemanship, New York 1989, 40f, 188 Luba Freedman, Titian's Portrait through Aretino's lens, Pennsylvania State University 1995, S. 115-125Franz Bosbach, Monarchia Universalis: Ein politischer Leitbegriff der Frühen Neuzeit, Göttingen 1988 |
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