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Verschiedene Identitäten
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V. als miles christianus Die mimetische Ebene des Bildes wird ergänzt und erweitert durch eine sinnbildliche, die sich ebenfalls aus der Anschauung ableiten läßt. Es sind wesentlich die Lanze und das Bewegungsmotiv des sprengenden Pferdes, die - von der Forschung schon seit längerem erkannt - eine Parallele zur Ikonographie des hl. Georg aufweisen. Die Geschichte des aus Kappadokien stammenden christlichen Ritters ist
in der Legenda aurea und anderen Quellentexten überliefert. Im 15. und 16. Jh. hatte sich eine Darstellungskonvention für den
Schutzheiligen des Ritterwesens etabliert, wie sie exemplarisch auf Raffaels
Gemälde zu sehen ist: Georg, schwer gerüstet auf einem sich
aufbäumenden Pferd, versetzt dem Drachen mit erhobener Lanze einen
tödlichen Stoß, während die gerettete Königstochter
vom Hintergrund aus das Geschehen verfolgt. Auch wenn der Drache und die
Königstochter auf Tizians Gemälde fehlen, so eröffnen die
Lanze und das sprengende Pferd die Möglichkeit einer christlichen
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Der hl. Georg als Sippenheiliger der Habsburger Der hl. Georg, Schutzheiliger und Symbolfigur des mittelalterlichen Ritterwesens, war für die Habsburger seit der Gründung eines St. Georg-Ritterordens 1469 unter Kaiser Zwei farbige Holzschnitte, die Hans Burgkmair 1508 in Augsburg schuf,
verdeutlichen die enge Verbindung Maximilians I. zu Georg: Während
eines der Blätter ein Reiterporträt des schwergerüsteten
Kaisers zeigt, ist auf dem Pendant ein mit dem Kreuz des Georgsordens
ausgewiesener Ritter zu sehen, der ein Drachenungeheuer überwältigt.
Beide Holzschnitte stehen für Maximilians politisches Konzept, in
der Nachfolge des hl. Georg als miles christianus für Einheit und
Stärke des Christentums zu kämpfen. |
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Zwei von Hans Daucher 1522 geschaffene Reliefs variieren die Thematik der Holzschnitte in einem anderen Material. Während Kaiser Maximilian I. hier explizit als hl. Georg dargestellt ist, wird nun auch sein Nachfolger Karl V. in die dynastische Tradition einbezogen, in dem er als Georgsritter vor landschaftlichem Hintergrund erscheint. Die Verbindung eines Reiterporträts mit Landschaft ist hier für Karl V. bereits vorgeprägt. |
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Schützer des Christentums Die Georgsikonographie war also wesentlicher Bestandteil des politischen Images dieser beiden habsburgischen Herrscher. Mit dieser Selbstdarstellung als starke Beschützer des Christentums erfüllten sie zugleich vielfältige, von außen an sie gerichtete Erwartungen: Als Mitglieder des Auf diese Erwartungen und das Selbstverständnis
Karls V. spielt Tizians Reiterporträt an. Indem es auf der gegenständlichen
Ebene auf den Sieg über die abtrünnigen Protestanten verweist,
demonstriert es zugleich die Erfüllung dieser Ansprüche an einen
christlichen Kaiser. Daß der Sieg bei Mühlberg sich dann auch
noch am Abend vor dem Jahrestag des hl. Georg ereignete, mußte die
Zeitgenossen darin bestärken zu glauben, der Kaiser stehe unter dem
besonderen Schutz des Heiligen. Literatur Herbert von Einem, Karl V. und Tizian, in: Karl V. - der Kaiser und seine Zeit, hrsg. P. Rassow und F. Schalk, Köln 1960, S. 67-93 Erwin Panofsky, Classical Reminscences in Titians Portraits, in: Festschrift Herbert von einem zum 16. Februar 1965, Berlin 1965, S. 84-87 J. Oberhaidacher, Zu Tizians Reiterbildnis Karls V. Ein Untersuchung seiner Beziehung en zum Georgsthema, Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien 78 (1982), S. 69-90 |
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