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Tizians Reiterporträt Karls V.

 

 

 
Tizian, Karl V. in der Schlacht bei Mühlberg, 1548  

Tizians Reiterporträt Karls V. steht im Zentrum der folgenden Bildanalyse. In einem bedeutenden historischen Moment entstanden, zeichnet es sich durch eine Akkumulation von Bedeutungen aus, die bestimmte Eigenschaften des Kaisers oder an seine Person gerichtete Erwartungen veranschaulichen.

Historischer Kontext
Am 24. April 1547 besiegte Kaiser Karl V. (1500-1558) den sächsischen Kurfürsten Johann Friedrich I. (1503-1554) in der Schlacht bei Mühlberg. Mit diesem Triumph über einen der Anführer der protestantischen Reichsfürsten erreichte der Kaiser den Höhepunkt seiner Macht. Das riesige Reich, das Spanien, Neapel und Sizilien, das Heilige Römische Reich und die Niederlande sowie große Gebiete in Mittel- und Südamerika umfaßte, ein Herrschaftsgebiet, in dem "die Sonne nie unterging", hatte er zuvor erfolgreich nach außen gegen Frankreich und die Osmanen verteidigt und nun schließlich auch vor der inneren konfessionellen Spaltung bewahrt, die seit der Reformation eine neue Gefahr darstellte. Um diesen militärischen Erfolg auch politisch zu festigen, berief Karl V. 1548 in Augsburg einen Reichstag ein.

   
  Während dieser über ein Jahr dauernden Versammlung der Reichsstände kamen auch zahlreiche Künstler nach Augsburg. Der Kaiser rief seinen Hofmaler Tizian aus Venedig in die süddeutsche Reichsstadt und beauftragte ihn, Porträts von sich, seiner Familie und den Mitgliedern seines Hofes anzufertigen. Das Hauptwerk dieser Augsburger Bildnisse ist Tizians Reiterporträt Karls V., die erste nachantike Darstellung eines Kaisers zu Pferde in lebensgroßem Format.    
 

 

Literatur
Alfred Kohler, Karl V. 1500-1558. Eine Biographie, München 1999, Kap. 12

Gunter Schweikhart, Tizian in Augsburg, in: Kunst und ihre Auftraggeber im 16. Jahrhundert im Vergleich, hrsg. von K. Bergdolt und J. Brüning (Colloquia Augustana 5), Berlin 1997, S. 21-42

   
           
   

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