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2.12. - 09.12.2002
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1. Bild der Stadt
Aufgabe
Suchen Sie im Internet nach Material, das belegt, wie Städte mit
Abbildungen ihrer Stadtmauern Fremdenwerbung machen. Analysieren Sie die
Bilder und Texte.
Schicken Sie Ihre Antwort bis spätestens 8.12. per
email an den Seminarleiter.
Vorbereitung auf die Diskussion
Besorgen Sie sich von Johann Valentin Andreae das Buch "Christianopolis",
1619 (gibt es z.B. als günstige Reclam-Ausgabe)
und lesen Sie es bis zum 16.12. In dem Buch befindet sich ein graphischer
Stadtentwurf, "wo Himmel und Erde in ewigem Frieden leben",
mit Mauern. Am 16.12. diskutieren wir im Forum
über die Bedeutung des Stiches.
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9.12. - 16.12.2002
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2. Struktur der Stadt
Aufgabe
Beschaffen Sie sich den Stadtplan der Stadt,
in der Sie wohnen, oder der nächst größeren Stadt und
erläutern Sie, in welcher Weise und in welchen geschichtlichen Etappen
sich die Stadtmauer in dem Stadtplan niederschlägt.
Schicken Sie Ihr Ergebnis bis spätestens 15.12. per
email an den Seminarleiter.
Diskussion
im Forum
Lewis
Mumford hat 1961 in seinem berühmten Buch über die Stadt
eine Passage über die psychologische Wirkung der mittelalterlichen
Stadtmauer ( Lucca;
Paris
) geschrieben, in der er diese für einen "fatal sense of insularity"
verantwortlich macht. Zwar habe die Stadtmauer den Einwohnern der Stadt
Sicherheit gegeben, und ihre geordnete Welt von der gefährlichen,
sumpfigen und ungeordneten Welt des Landes abgehoben, doch diese Isolation
von der übrigen Welt habe diese städtische Gesellschaft auch
aggressiv gemacht und die ungenierte Eroberung von Nachbarstädten
eingeleitet (10).
Wenn das so war, dann müßten die Demolitionen der Mauern im
18. und 19. Jahrhundert als ein Befreiungsakt empfunden worden sein. Vergleichen
Sie diese Äußerung mit folgender Stelle von Goethe aus dem
Jahr 1808: "Von jenen Zuständen, da jede kleine Stadt ihre Mauern
der Städte und Gräben haben mußte, da man jeden Edelhof
noch in einen Sumpf baute, und die geringsten Schlösser nur durch
eine Zugbrücke zugänglich waren, davon können wir uns kaum
einen Begriff machen. Sogar größere Städte tragen jetzt
ihre Wälle ab, die Gräben selbst fürstlicher Schlösser
werden ausgefüllt, die Städte bilden nur große Flecken,
und wenn man so auf Reisen das ansieht, sollte man glauben: der allgemeine
Friede sei befestigt und das goldne Zeitalter vor der Türe. Niemand
glaubt sich in einem Garten behaglich, der nicht einem freien Lande ähnlich
sieht; an Kunst, an Zwang soll nichts erinnern, wir wollen völlig
frei und unbedingt Atem schöpfen" (11).
Ziehen Sie auch Faust I, Verse 918-940 heran.
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16.12.-22.12.2002
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3. Aufgabe
Da der Präsenztermin am 16. Dezember in Hamburg entfällt, haben
wir für die Beschäftigung mit dem Buch Johann
Valentin Andreae, Christianopolis, 1619 Gruppenarbeit
zu zwei Themen vorgesehen(12):
- 1. Thema: Stellen Sie die urbanistische Anlage
der "Christianopolis" vor und arbeiten Sie wichtige Wesensmerkmale
heraus.
- 2. Thema: Beschreiben und analysieren Sie den didaktischen
Einsatz von Bildern in der "Christianopolis".
Sie können die Gruppenarbeit nach eigenem Belieben
gestalten. Es hat sich allerdings als hilfreich erwiesen, einen "Gruppenleiter"
zu bestimmen. Die darstellenden/beschreibenden Teile können z.B.
untereinander aufteilen, die Analyse/Auswertung sollte aber auf jeden
Fall gemeinsam erarbeitet sein (Umfang: ca. 3-4 Seiten).
Für die Gruppenarbeit haben wir unter "Christianopolis"
Unterforen eingerichtet, in denen sich die einzelnen Gruppen austauschen
können. Es steht Ihnen weiterhin auch der Chat zur Verfügung.
Schicken Sie Ihr Ergebnis bis spätestens 22.12. per
email an den Seminarleiter.
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10 Lewis Mumford: The city
in History (1961). Harmondsworth 1975, S. 350
11 J. W. Goethe, Münchner Ausgabe, Sämtliche
Werke nach Epochen seines Schaffens. München 1985-98. Bd.9, S. 459
(II/8)
Johann Valentin Andreae,
Christianopolis, 1619
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