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Die Finanzierung

 
 

Die alle inneren Mauern umfassende Außenmauer hatte also eine Art Gemeinsicherheit für alle zu übernehmen. Ihre Finanzierung war ein zentrales Projekt eines jeden städtischen Regiments. Ursprünglich war die Sicherung der Stadt ein Hoheitsrecht des Stadtherren; dieser sein "Burgbann" berechtigte ihn, besondere indirekte Steuern zu erheben, das "Ungeld", auf Getränke, Wege und Brücken, Frondienste auch von landsässigen Untertanen, aber auch von stadtsässigen, im allgemeinen steuerfreien Klöstern; der Stadtherr konnte auch auf die ihm zustehende Heerfolge der Städter verzichten zugunsten von Leistungen an der Stadtbefestigung.

   
 

Die Geschichte des Steuerwesens hat in dieser größten profanen Kollektivaufgabe der Stadt die wichtigste Antriebskraft, die auch wirksam blieb, als die Bürger die Verantwortung für die Stadtmauer allmählich in die eigene Regie übernahmen und zum Symbol ihrer Autonomie gegenüber den Stadtherren erhoben. Die Stadt Köln hat im Jahre 1379 nicht weniger als 82 % ihres Haushaltes allein für die Befestigung verwendet (2). In Nürnberg mußte im 15. Jahrhundert jeder Bürger über zwölf Jahre körperlich oder finanziell den Mauerbau unterstützen. In Florenz arbeiteten viele Bürger selbst an der Mauer, um die entsprechenden Abgaben zu sparen (3). Jedes Quartier war für den Bestand eines Abschnittes der Mauer verantwortlich. Deshalb ist auch verständlich, daß hierfür im städtischen Bereich die ersten kommunal organisierten Baubehörden entstanden (4). Am Ende, seit dem 17. Jahrhundert, waren nur noch die größten Städte oder die Residenzstädte der Fürsten in der Lage, die enormen Kosten für die Errichtung und Erhaltung der Festungswerke aufzubringen.


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2 Fritz Rörig, The medieval town. London 1967, S. 111
3 Ebda 139
4 Ebda 139, Meckseper

   
           
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