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Das Mauersystem in der Stadt |
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Doch man übersieht leicht, daß die Stadtmauer nicht nur eine Aufgabe nach Außen zu übernehmen hatte, sondern auch nach Innen. Nach Einbruch der Dunkelheit durfte nicht nur niemand mehr in die Stadt hinein, sondern es durfte auch niemand mehr die Stadt verlassen. Es ist aber auch festzustellen, daß die Stadtmauer in ihrer Verteidigungsfunktion nur die Außenhaut eines weitverzweigten Systems von Mauern war. Die gegen den eindringenden Feind vorgesehenen Maßnahmen, etwa vor der Mauer verengte Gassen, und Ketten, die quer über die Straßen gespannt werden konnten, waren zugleich Mittel, mit denen sich Bürger gegeneinander schützten. Intern war die Stadt imgrunde ein System gegenseitiger Vermauerungen. Die Dombezirke, die Domimmunitäten waren von Mauern umgeben; auch geistliche Stifte und Spitäler waren durch Mauern gesichert. Kirchen waren umgeben von ummauerten "Friedhöfen", was einen Asylbereich bezeichnete, in dem ein gerichtlich Verfolgter erst einmal Schutz finden konnte. |
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In vielen Städten war der Stadtherr am Stadtrand
in einem ummauerten Burgebezirk gegen die Stadt ausgegrenzt (
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In
vielen europäischen Städten haben sich dann die patrizischen Geschlechter
gegenseitig mit Türmen geradezu bedroht, wie es am eindrucksvollsten
noch heute in Bologna oder in San
Gimignano in der Toskana sichtbar ist. In Nürnberg ist eines der
interessanten Profangebäude, das
eine
einheitliche Höhe von 38m gekappt worden, um die Macht des Adels
zu begrenzen. Zum Gesamtsystem einer Stadt gehörten schließlich
auch ausgegrenzte Bevölkerungsteile, etwa die Ghettos der Juden; ein
solches war etwa um 1460 in Frankfurt angelegt und ummauert worden. In Antwerpen
haben sich im 16. Jahrhundert die Spanier in einer mächtigen Zitadelle
verschanzt. Unsichtbar waren vielleicht die Schranken, die in der Stadttopographie
die einzelnen sozialen Schichten vorbehaltenen oder zugewiesenen Stadtteile
voneinander trennten. |
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