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Öffentliche und nichtöffentliche Bilder

 

 
 

Die politischen Signale, die von Architektur und Skulptur ausgehen, rechnen damit, daß eine politische Botschaft vor einer breiteren Öffentlichkeit auf Dauer bestehen kann. Die Malerei dagegen hat zeitlich und räumlich einen eingeschränkteren Wirkungsradius und kann dafür deutlichere Aussagen machen. Die unverblümtesten Selbsterhöhungen kaiserlichen Amtsverständnisses wurden im frühen Mittelalter in der Sphäre der Buchmalerei vorgenommen, die in der Regel einen persönlichen Adressaten hat. Wand- und Tafelbilder sind gewöhnlich nur in Zimmern zugänglich.

 

   
  Die Städte lassen in den Amtsstuben der Rathäuser manchmal umfangreiche Bilderzyklen ausführen, um die Maximen eines guten Regiments oder die Gefahren eines tyrannischen Regiments darzulegen. In den Rathäusern finden sich hingegen auch oft jene "Gerechtigkeitsbilder", in denen anhand von Exempla aus der Bibel oder aus der römischen Geschichte politische Normen verdeutlicht wurden.    
  In den Schlössern weltlicher Herren werben oft mythologische Programme, welche die Legitimation eines fürstlichen Regiments und seiner Prinzipien vor Augen führen ( Tiepolo, Treppenhausfresko der Würzburger Reidenz). Auch die Wandmalereien und Teppiche breiten ein ähnliches Gedankengut in den Innenräumen aus.    
           
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