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In vielfacher Weise sind Bilder mit dem politischen
Leben verbunden. Nicht zufällig heißt die einflussreichste
Zeitung in Deutschland BILD-ZEITUNG
. Am einschlägigsten und wirksamsten wird eine Nachricht, wenn sie
zugleich mit einem Bild belegt werden kann. Wenn ein Nachrichtensprecher
im Fernsehen sagen muß: "Wir haben noch keine Bilder",
dann heißt das soviel, dass es diese Nachricht eigentlich noch gar
nicht gibt. Das Gewicht eines politischen Ereignisses in den Nachrichtensendungen
oder in den sie beliefernden Nachrichtenagenturen richtet sich gerne nach
der Quantität und Qualität des verfügbaren filmischen Bildmaterials.
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Zu allen Zeiten war unter den Herrschenden und Politikern
die Meinung verbreitet, sie könnten über Bilder die Untertanen
am wirksamsten beeinflussen, und sie müßten deshalb erhebliche
Mittel in die bildliche Umsetzung politischer Botschaften investieren.
Auch schon die christliche Kirche hat das ihr ursprünglich vorgegebene
Verbot, Bilder herzustellen und in der religiösen Praxis zu benutzen,
schließlich aufgegeben (
Gottvater Michelangelos) mit dem Argument der Volksnähe bildlicher
Mitteilungen: "Die Bilder sind die Bibel der Analphabeten".
Im Mittelalter und in der Neuzeit hat man immer wieder gemeint,
für
das Volk seien Bilder wirksamer als Worte, visuelle Erfahrungen prägten
sich einfachen Gemütern stärker ein als verbale Mitteilungen.
Bevor wir an einzelnen Beispielen und Fällen visuell übermittelte
Botschaften aus verschiedenen Bereichen und Epochen erarbeiten, soll in
einem Überblick das Spektrum der Möglichkeiten eines Einsatzes
politischer Bilder skizziert werden.
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1 Vgl. Jürgen Willke (HG.):
Nachrichtenproduktion im Mediensystem. Von den Sport- und Bilderdiensten
bis zum Internet. Köln / Weimar / Wien, 1998
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